resident und in Spanien steuerpflichtig

Wann bin ich resident und in Spanien steuerpflichtig?

Sind Sie in Spanien resident (d.h. steuerlich ansässig), dann sind Sie auch in Spanien steuerpflichtig.

Doch wann habe ich meinen steuerlichen Wohnsitz in Spanien? Und welche Auswirkungen hat die Steueransässigkeit in Spanien für mich?

Diese Fragen beantworte ich nun hier umfassend anhand von steuerrechtlichen Bestimmungen.

Sollten Sie noch nach einer Sprachschule suchen, kann ich Ihnen Mosalingua sehr empfehlen.

MosaLingua Web
Werbung

Wann bin ich in Spanien steuerpflichtig?

Als natürliche Person sind Sie in Spanien steuerpflichtig, wenn Sie Ihren gewöhnlichen Aufenthalt („residencia habitual“) in Spanien haben. Art. 8 Ley 35/2006.

Wann habe ich einen gewöhnlichen Aufenthalt in Spanien?

Laut spanischem Gesetz zur Einkommensteuer natürlicher Personen („Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas“) wird ein gewöhnlicher Aufenthalt unter folgenden zwei Umständen begründet. Art. 9 Ley 35/2006 :

  1. Sie halten sich länger als 183 Tage im Kalenderjahr in Spanien auf oder
  1. Der Mittelpunkt Ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit oder Interessen befindet sich direkt oder indirekt in Spanien (wie angestellte, gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeiten)

Trifft eine dieser Bedingung auf Sie zu, sind Sie steuerrechtlich in Spanien ansässig und somit in Spanien steuerpflichtig.

Sporadische Abwesenheiten werden auch als Aufenthalt gezählt, es sei denn, der Steuerpflichtige weist seinen steuerlichen Wohnsitz in einem anderen Land nach (mit der sog. Ansässigkeitsbescheinigung).

Vorübergehende Aufenthalte in Spanien aufgrund von eingegangener Verpflichtungen in Bezug auf kostenloser kultureller oder humanitärer Zusammenarbeit mit den spanischen Behörden werden nicht gezählt.

Annahme

Sofern nicht das Gegenteil bewiesen wird, wird angenommen, dass Sie (gemäß den oben genannten Regeln) Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Spanien haben, wenn

  • Ihr Ehepartner, von dem Sie nicht gerichtlich getrennt sind, und
  • Ihre unterhaltsberechtigten minderjährigen Kinder, ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Spanien haben (vor allem wenn sie in Spanien zur Schule gehen).

Hinweis

Die Eintragung in das zentrale Ausländerregister (die sog. Residencia) und die Anmeldung bei der Wohnsitzgemeinde („empadronamiento“) begründen gesetzlich keinen gewöhnlichen Aufenthalt und somit keine Steuerpflicht in Spanien. Sie sind nur ein Indiz dafür. Diese Wohnsitzvermutung kann aber widerlegt werden, vor allem wenn Sie einen weiteren Wohnsitz im Ausland haben.

Welche Auswirkung hat der gewöhnliche Aufenthalt für mich?

Haben Sie Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Spanien, gelten Sie dort als steuerlich resident (ansässig).

Sie begründen einen steuerlichen Wohnsitz in Spanien und müssen somit Ihr gesamtes Einkommen (Welteinkommen) und Vermögen, egal aus welchem Land es stammt, in Spanien versteuern. Sie sind in Spanien unbeschränkt steuerpflichtig.

Das bedeutet auch, dass Sie in Spanien unter bestimmten Bedingungen eine Einkommenssteuererklärung abgeben müssen.

Ferner haben Sie die Verpflichtung, die spanische Steuerbehörde mittels „Modelo 720“ über Ihr ausländisches Vermögen zu informieren, wenn der Vermögenswert über 50.000,- € beträgt.

Der Begriff der Steueransässigkeit ist in der spanischen Gesetzgebung wichtig für die:

  • Einkommenssteuer natürlicher Personen („Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas„)
  • Einkommenssteuer nicht ansässiger Personen („Impuesto sobre la Renta de No Residentes„)
  • Vermögenssteuer („Impuesto sobre el Patrimonio„)
  • Erbschaftssteuer („Impuesto sobre Sucesiones„)

Empfehlung für Girokonto, Depot und Vermögensverwaltung (Werbung)

BBVA bietet ein kostenloses ONLINE-Konto mit NULL Provisionen:

Kostenloses Girokonto von der comdirect sichern

comdirect Depot Anleger

cominvest Wir gemeinsam

Wann bin ich resident und in Spanien steuerpflichtig?

Ich bin auch in einem anderem Land steuerrechtlich ansässig? Was nun?

Verlegen Sie z.B. Ihren Wohnsitz nach Spanien und behalten Ihren Wohnsitz im Herkunftsland bei, kann auch im Herkunftsland gemäß dem dort geltenden Steuerrecht eine Ansässigkeit vorliegen.

Wenn Sie die Bedingung der Steueransässigkeit sowohl in Spanien als auch in einem anderem Land erfüllen, wird das jeweilige Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) herangezogen, um den steuerlichen Wohnsitz festzulegen.

Es soll damit eine Doppelbesteuerung vermieden werden.

Der Konflikt der steuerlichen Ansässigkeit zwischen zwei Staaten kann dann auftreten, wenn Sie sich weniger als 183 Tage in Spanien aufhalten. Halten Sie sich länger als 183 Tage im Kalenderjahr in Spanien auf, sind Sie auf alle Fälle dort ansässig und somit in Spanien zu besteuern.

Im Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Spanien wird zur Feststellung der steuerlichen Ansässigkeit von natürlichen Personen folgenden Reihenfolge angeordnet. Diese Reihenfolge ist strikt einzuhalten:

  1. Sie gelten als nur in dem Staat ansässig, in dem Sie über eine ständige Wohnstätte verfügen
  1. Verfügen Sie in beiden Staaten über eine ständige Wohnstätte, so gelten Sie als nur in dem Staat ansässig, zu dem Sie die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen haben (Mittelpunkt der Lebensinteressen)
  1. Kann nicht bestimmt werden, in welchem Staat Sie den Mittelpunkt Ihrer Lebensinteressen haben, oder verfügen Sie in keinem der Staaten über eine ständige Wohnstätte, so gelten Sie als nur in dem Staat ansässig, in dem Sie Ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben
  1. Haben Sie Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in beiden Staaten oder in keinem der Staaten, so gelten Sie als nur in dem Staat ansässig, dessen Staatsangehöriger Sie sind
  1. Sind Sie Staatsangehöriger beider Staaten oder keines der Staaten, so regeln die zuständigen Behörden der Vertragsstaaten die Frage in gegenseitigem Einvernehmen.

Was ist die „Ständige Wohnstätte“?

Eine ständige Wohnstätte ist nicht mit dem Wohnsitz identisch.

Dieser Begriff kommt in Abkommensrecht (DBA und OECD Musterabkommen) vor, ist aber dort selbst nicht definiert.

Es gibt aber aufgrund von Kommentaren zu den OECD Musterabkommen und von Gerichtshofentscheidungen Hinweise, die auf eine ständige Wohnstätte hindeuten.

Nach dem BFH stellen alle Räumlichkeiten eine Wohnstätte dar, die nach Art und Einrichtung zum Wohnen geeignet sind (Häuser oder Wohnungen, die der natürlichen Person gehören oder von ihr gemietet sind, oder gemietete möblierte Zimmer)

Eine Wohnung gilt als eine ständige Wohnstätte, wenn folgende Anhaltspunkte vorliegen:

  • Ständige Verfügbarkeit: wenn über diese jederzeit ständig verfügt werden kann (sie ständig genutzt werden kann) und
  • Dauernde Nutzung: wenn sie tatsächlich regelmäßig genutzt wird.

Das ständige Bewohnen der Wohnung oder ein Mindestmaß an Nutzung in jedem Veranlagungszeitraum ist dabei nicht Voraussetzung.

Doch eine nur gelegentliche Nutzung (z.B. zu Vergnügungs-, Geschäfts- oder Studienreise, Lehrgänge u.Ä.) reicht nicht aus.

Nach dem DBA Verhandlungsprotokoll vom 18.6.1971 gelten eine Wohnung oder Räumlichkeiten, die nach Charakter
und Lage ausschließlich Erholungs-, Kur-, Studien- oder Sportzwecken dienen und nachweislich nur gelegentlich und nicht zum Zwecke der Wahrnehmung wirtschaftlicher und beruflicher Interessen verwendet werden, nicht als ständige Wohnstätte.

Der Unterschied zum Wohnsitz liegt darin, dass eine Wohnung tatsächlich nur von Fall zu Fall genutzt wird. Eine ständige tatsächliche Nutzung ist kein Merkmal für einen Wohnsitz.

Wo haben ich den Mittelpunkt der Lebensinteressen?

Haben Sie in beiden Staaten eine ständige Wohnstätte, richtet sich die Steueransässigkeit nach dem Mittelpunkt der Lebensinteressen (dem sog. Lebensmittelpunkt)

Bei der Feststellung des Mittelpunkts der Lebensinteressen werden sowohl die persönlichen als auch die wirtschaftlichen Beziehungen berücksichtigt.

Wobei diese Umstände in ihrer Gesamtheit nach objektiven Kriterien des Einzelfalls überprüft werden. Daraus ergibt sich der Ort, der für Sie die größte Bedeutung hat. Im Zweifelsfall haben die persönlichen Beziehungen Vorrang vor den wirtschaftlichen.

A) Die persönlichen Beziehungen umfassen die gesamte private Lebensführung. Dazu gehören familiäre, gesellschaftliche, politische und kulturelle Beziehungen.

Kriterien für die persönlichen Beziehungen können sein:

  • Ort des Familienwohnsitzes (bei Personen, die nicht getrennt leben): wo der Ehegatte und minderjährige Kinder sich aufhalten; die Kinder zur Schule gehen
  • regelmäßige Besuche von Partnern oder anderer Familienangehörigen (z.B. Eltern) zur Betreuung
  • Freundes- und Bekanntenkreise; die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben (soziale Integration)
  • Regelmäßige Arztbesuche; SIP Karte in Spanien
  • Bestehende Versicherungen (vor allem Krankenversicherung )
  • Bankkonto, Kreditkarte
  • Verträge und Mitgliedschaften (Fitnessstudio, Kultur- oder Sportverein, etc.)
  • Fahrzeuganmeldung; Führerscheinausstellung
  • Haustiere (die vor allem angemeldet sind)
  • Registrierung bei der Botschaft; Eintragung in Wahllisten
  • die Qualität der Wohnunterkunft

Hier Ratenkredite SICHER UND EINFACH vergleichen (Werbung):

Kreditvergeleich

B) Wirtschaftliche Beziehungen bestehen vor allem zu örtlich gebundenen Tätigkeiten, Einnahmequellen und Vermögensgegenständen.

Für die Beurteilung der wirtschaftlichen Beziehungen zählen Kriterien, wie z.B.

  • Ort der Arbeitsausübung bei einer nicht selbstständigen Tätigkeit oder als Unternehmer
  • Sitz der Vermögensverwaltung

Wie wird der steuerliche Wohnsitz nachgewiesen?

Um einen steuerrechtlichen Wohnsitz in einem anderen Land nachzuweisen, muss eine sog. Ansässigkeitsbescheinigung vorgelegt werden, die von der zuständigen Finanzbehörde des Landes ausgestellt wird, in dem sich der Wohnsitz befinden soll. Die Gültigkeitsdauer einer solchen Bescheinigung beträgt ein Jahr.

Hat die spanische Steuerverwaltung den erforderlichen Nachweis über einen ständigen Aufenthalt in Spanien erbracht, müssen Sie im Anschluss die erforderliche Nachweise vorlegen, falls Sie noch über einen anderen Wohnsitz verfügen. Es geht darum, mit ausreichenden Beweismittel den Nachweis der Steuerverwaltung zu entkräften.

Hinsichtlich der 183-Tage -Regel empfiehlt sich eine genaue Buchführung und Dokumentation aller Reisebewegungen und Aufenthalte.

Es ist daher ratsam, möglichst viele und eindeutige Unterlagen (gemäß den oben erwähnten Anhaltspunkten) zu sammeln, die dem Finanzamt die steuerliche Ansässigkeit im anderem Staat belegen. Eine bloße Ansässigkeitsbescheinigung der jeweiligen Behörde reicht oft nicht aus.

Sind Sie immer noch unsicher?

Und Sie haben noch offene Fragen zu Ihrer steuerrechtlichen Lage in Spanien, dann können Sie gerne meine kompetente Hilfe in Anspruch nehmen.

Einfach und bequem von Zuhause erhalten Sie zuverlässig eine professionelle Einschätzung Ihrer konkreten Situation.

Nützen Sie mein Fachwissen als Ökonom.

Sie haben somit mehr Klarheit, mehr Überblick und mehr Zeit zum Entspannen.

Auf alle Fälle würde ich mich über einen Kommentar oder eine Nachricht von Ihnen freuen.

Hat Ihnen dieser Fachbeitrag gefallen? Teilen Sie Ihn bitte mit Ihren Freunden.

Werden Sie Mitglied einer erlesenen Fachgruppe und bleiben Sie mit hilfreichen Fachbeiträgen am Laufenden

Eine kostenlose Infografik wartet auf Sie:

Das Aufenthaltsrecht in Spanien: 

Ein Überblick mit den wichtigsten Fakten

Sie können sich jederzeit über eine Link in meinem Newsletter formlos wieder abmelden. 

Diese Fachbeiträge könnten Sie auch interessieren

6 Gedanken zu „Wann bin ich resident und in Spanien steuerpflichtig?

  1. Ein sehr informativer Beitrag!!

    Die Frage die ich mir stelle ist. Ich habe meinen Arbeitgeber in Deutschland. Er erlaubt mir in Spanien zu leben. Homeoffice! Mit ab und zu mal vorbei schauen. Wie sieht da die Besteuerung aus? Ich bin alleinerziehend…
    Danke im Voraus!

    1. Schönen Dank! Wenn Sie in Spanien leben (d.h. Ihren gewöhnlichen Aufenthalt, wie im Beitrag beschrieben, in Spanien haben), dann sind Sie auf alle Fälle in Spanien steuerpflichtig. Wie die Besteuerung im Detail aussieht, hängt von mehreren Faktoren ab (wie Wohnsitz in Deutschland? Höhe des Einkommens?,…). Sie können gerne meine Online-Hilfe in Anspruch nehmen, um mir Ihre Lage bzw. Anliegen näher zu beschreiben. Ich kann Ihnen dann konkret und kompetent Auskunft hinsichtlich der Besteuerung geben. Liebe Grüße. mag wilhelm

  2. Wieder ein sehr informativer Artikel. Ich bin gerade sehr mit diesem Thema beschäftigt und habe einen deutschen und einen spanischen Steuerberater zu Rate gezogen. Mein deutscher Steuerberater sagt, dass, bei Einkommen aus Vermietungen und Verpachtungen in dem Land (D) versteuert werden muss, in dem die Immobilien liegen (D).
    Da ich seit 1986 Resident bin und 25 Jahre selbstständig gearbeitet habe und eine spanische Rente bekomme, muss ich sowohl in Spanien mein Einkommen aus D plus meine Rente versteuern und ebenso in D. Also muss ich 2 Steuerbüros beschäftigen! Sehen Sie das auch so?
    Und: Wenn ich Spanien als meinen ständigen Wohnsitz angebe, werde ich in D als beschränkt Steuerpflichtiger besteuert, was mich, im Vergleich zu einem unbeschränkt Steuerpflichtigem, um ca. € 6.000 ärmer macht! Ausserdem sind in Spanien die Abzüge, wie Ärzte, zusätzliche Krankenversicherung, Hausmiete nicht absetzbar.
    Gibt es da einen Ausweg ?
    Danke vorab,
    Spiegel

    1. Hola Herr Spiegel,
      Vielen Dank für Ihr Interesse. Es ist richtig, dass die Einkünfte aus der Vermietung und Verpachtung in Deutschland versteuert werden müssen, wenn die Immobilie in D liegt. Ferner wird die Rente in Spanien besteuert. Doch wie die Besteuerung konkret aussieht und welche Möglichkeiten es gibt, würde hier zu ausführlich sein. Wenn Sie eine umfassenden Einschätzung Ihrer konkreten Situation wollen, können Sie gerne mein Hilfe-Angebot in Anspruch nehmen. Ich danke für Ihr Verständnis. Liebe Grüße.

  3. Hallo,
    ein sehr ausführlicher und informativer Beitrag. Wenn ich dann Residente bin in Spanien, wie sieht dann die Besteuerung aus? Sind die spanischen Abgaben höher als die deutschen?

    1. Vielen Dank
      Wie die Besteuerung in Ihren Fall aussieht, kann so generell nicht beantwortet werden. Da dazu die erforderlichen Daten bzw. Sachverhalte fehlen.
      Die Steuer- und Sozialabgaben für Durchschnittsverdiener sind in Deutschland im Allgemeinen höher als in Spanien. Je nach Familienstand (Single, mit oder ohne Kind, Familie) ist die Belastungsquote in Deutschland höher oder niedriger.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Nach oben scrollen